Leaning Tower und Washington Column

von gregor und stefan
Wet denim daydream und was einem sonst noch so an kleinen Schweinereien einfällt!

Leaning Tower

Wet Denim Daydream V 5.6 C3F/ A3

Eigentlich war es für uns seine Ausweichtour. Anfang September war es einfach zu heiß um am El Cap zu klettern und so war der Leaning Tower der westseitig ausgerichtet ist eine gute Option. Die ersten vier Längen vom Westface sind unspektakulär mit einer Bohrhakenleiter und einer Länge C2 (in zwei langen Längen kommt man aufs Ahwahnee Ledge).
Dann kommt jedoch eine anständige Technolänge, denn bei unserer Begehung gab es keine fixierten Cooperheads, und die wir selbst anbrachten waren zumindest A3 und mit dem anfänglichen Sturzpotential auf den Pfeiler ist Konzentration gefragt. Die nächsten Längen sind richtig steil und exponiert, die im Topo beschriebenen „tons of fixed gear“ fanden wir nicht vor – jedoch reichlich spuren von Tod Skinners Freikletterversuchen.
Vorsicht ist in der 8.Länge an einem 3 Meter hohen losen Block geboten, der unter Belastung der Cams sich nach außen bewegt.
Ein Abseilen über die Tour ist wahrscheinlich möglich, wenn jedoch kaum fixes Material drinnen ist muss im überhängenden Bereich zurück technisiert werden.
Insgesamt ist die Tour sicherlich ein guter Einstieg für schwerere Technorouten. Das Supertopo Rack ist ausreichend und der Leaningtower ist auf dieser Route sicherlich nicht überlaufen; wenn man es erst mal aufs Ahwahnee Ledge geschafft hat.

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Washington Column

South Face V C1 5.8

Wer einmal Bigwall-Light probieren möchte oder sich auf die Nose vorbereiten will, dem sei diese Route – der leichteste Bigwall im Tal – ans Herz gelegt. In 1,5 Tagen (mit Biwak auf dem großen Ledge) kann diese Route relaxed geklettert werden. Vorausgesetzt man steht nicht im Stau, was allerdings recht oft passiert.
Am ersten Tag klettert man am besten ganz gemütlich aufs Ledge und fixiert dann noch 1-2 Längen. Wir haben dann am nächsten Tag die Haulbags auf dem Ledge gelassen und wieder über die Route abgeseilt. Was gut geht aber natürlich nachkommende Seilschaften ziemlich nerven kann. Die einzige Gefahr, der man in dieser Route ausgesetzt ist, wird von in der Wand lebenden Ringtailcats verursacht: sie haben mir in der Nacht die Hälfte meines Proviants gestohlen.

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Schon ein bisschen würziger ist die

Prow V C2F 5.6

Die Prow ist wahrscheinlich die gutmütigste Tour im Valley, bei der eine Portaledge benötigt wird. Sie ist also super als Ausprobier- und Einkletterroute für El-Cap-Routen wie Zodiac, Tangerine Trip und Lurking Fear geeignet. Auch diese Route ist (trotz einiger Bohrhakengirlanden) ein absoluter Klassiker im Valley und recht oft begangen. Haken- oder Copperhead – Schlagen ist an sich nicht angesagt; trotzdem sollte man evtl. ein paar wenige von diesen Dingern im Haulbag haben. Nur für den Fall, dass einer von den (nicht allzu vielen) fixierten Heads oder Haken fehlt (dafür steht ja das „F“ bei der Bewertung).
Wir haben die Tour gemütlich in 2,5 Klettertagen gemacht; mit ein bisschen Beeilung ist sie in 2 Tagen aber auch drin. Abseilen ist hier nicht mehr so easy (ganz schön steil das Teil); ein Rückzug sollte in der unteren Hälfte trotzdem problemlos möglich sein. Und, Leute: ein Sitzbrett mitnehmen, sonst wird’s ungemütlich.
Die Schwierigkeit ist übrigens beträchtlich niedriger als bei der Wet Denim Daydream am Leaning Tower.
Viel Spaß!

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