El Capitan Shield, Tangerine Trip

Von Stefan und Gregor
Shield VI C4F/A3 5.7
Das ist schon eine ausgewachsene Technotour und hat abgesehen vom Freeblast und teilweise den Muirlängen nichts mehr mit Freiklettern zu tun. Wir haben uns nur in der letzten Seillänge die Kletterpatschen angezogen, sonst haben wir alles ausschließlich in den Leitern geklettert.
Das schlimmste am Shield ist das Haulen bis zur Abzweigung von der Muir. Da es bis dort hin relativ flach ist und der Haulbag ziemlich angefüllt ist macht es einfach keinen Spaß – hat man aber erst einmal diese Anfangshürden überwunden ist die Tour einzigartig! Die Headwall ist so zirka das Exponierteste was man sich vorstellen kann. Ab der Roofpitch geht es 6 Seillängen überhängend ohne Absatz aufwärts mit ungefähr 500 Metern Luft unterm Hintern und da sich die Wand oberhalb zurückneigt hat man das Gefühl direkt ins Nichts zu klettern.
Offset Aliens sind für diese Tour optimal, wir hatten fünf dabei und das waren nicht zu viele, da wir sie andauernd backcleanten und ich mich nicht erinnern kann sie mal als Zwischensicherung zurück gelassen zu haben. Außerdem hatten wir mehr sawed Angles mit als im Supertopo angegeben. Die können wirklich handplaced gesetzt werden und wir haben sie alle gesetzt (außer die 2 großen).
Ein paar Coperheads und Beaks gehöhren auf jedenfall aufs Rack, denn wenn die Groovepitch ausgenagelt ist hat die Tour auch nach New Wave Kriterien A3!
Ein Rückzug nach dem Roof ist sicherlich schwierig – sollte aber prinzipiell möglich sein. Insgesamt kann man die Tour schon als tricky und logistisch anspruchsvoll durchgehen lassen, sie ist aber vom objektiven Verletzungsrisiko relativ unempfindlich und für den der es haben will sicher eine gute A3 Tour.
Tripreport Shield 1»
Tripreport Shield 2»

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Tangerine Trip VI A2 5.8
Im Wandbereich rechts der Nose ist der Tangerine Trip zusammen mit der (angeblich geringfügig leichteren) Zodiac die moderateste Route. Sie ist zwar sicher nicht ganz so klassisch und schön wie die Zodiac, bietet jedoch eine gute Alternative zur mittlerweile wieder ziemlich überlaufenen Zodiac. Die früher gefürchteten Rivet-Leitern gibt es seit der Sanierung durch die ASCA nicht mehr. Bei der 4. Länge beim (Abwärts-)Cleanen aufpassen: da ist schon mehr als ein tödlicher Unfall passiert, weil die Jumars vom Seil gesprungen sind. Aber man hat ja eh Backupknoten drin, gell? Hat man die sehr coole 5. Länge gut hinter sich gebracht, steht einem Durchstieg von der Schwierigkeit her kaum mehr etwas im Weg.
Strategie: Viele (auch wir) fixieren bis einschließlich 4. Länge und seilen mit 2 Seilen ab. Komfortabel ist es, sich bei der gerade rauflaufenden „Virginia“ dazuzuhängen, sonst wird’s richtig überhängend und blöd zum Haulen. Ein Rückzug sollte für El-Cap-Verhältnisse einigermaßen leicht gehen, ist aber sicher komplizierter als „just rap the route“, wie im McNamara-Buch beschrieben.

Topo und Info Tangerine Trip »

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