El Capitan: Nose, Salathe, Triple direct

Nose : VI 5.13+ / 5.9 C1 / 5.8 C2

Die Tour ist technisch relativ einfach. Mit C2 braucht man nicht sehr tief in die Techno – Kiste zu greifen, nichts desto trotz ist die Tour lang und seiltechnisch anspruchsvoll (wenn man technisch klettert), und auch der Wechsel zwischen Leiterklettern und Freiklettern sollte einem keine Probleme machen. Ein heißer Tipp sind sicherlich offset Aliens, wir hatten zwar damals keine, aber sie passen in den Hakenlöchern deutlich besser als die regulären Friends. Weiters würde ich anstatt einem 2. Satz Keile lieber die C3´s mitnehmen. Von den Mikrokeilen sollten zumindest ein Satz dabei sein (vor allem für die Länge nach Camp V und für die Changing Corners Länge). Ein Portaledge ist nicht notwendig, da man genügend Ledges findet und das Haulen im unteren Teil der Route sehr anstrengend ist und jeder Kilo zählt. Man sollte sich auch Gedanken machen wie man Quergänge cleant, denn davon gibt’s genug, und die können einen auch einiges an Zeit kosten.
Hammer und Hooks können getrost zu hause gelassen werden (eventuell 2 mittlere Camhooks – wenn man es mag ist es deutlich schneller), und wenn man 5.10 im Granit so halbwegs klettern kann gibt es keine rein technische Länge in der ganzen Tour.

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Salathe: VI 5.13b / 5.9 C2

Diese Tour ist sicherlich die logischste Linie am Cäptn. Sie bietet super Kletterei und ist für europäische Rissverweigerer eine Herausforderung. 5.9 Offwidh sind schon gefragt, und das hat nichts mit einem Klettergarten – 6er zu tun. Der Halfdollar ist das Aufwärmen, die Hollow Flake die Länge mit dem längsten runout oder dem schlimmsten Seilzug und the Ear einfach beschissen anstrengend (für mich war’s einfacher mit dem Rücken zum Cap zu klettern).
Es lässt sich in der Tour noch einiges mehr freiklettern als in der Nose, es ist aber auch mehr an Entschlossenheit gefragt. Ein Portaledge ist nicht notwendig, wenn es auch deutlich weniger gute Ledges als in der Nose gibt, sind je nach Anzahl der Übernachtungen bessere oder schlechtere Biwakmöglichkeiten vorhanden. Man sollte unbedingt am El Cap Spire schlafen – optimalerweise nur dort. Ich würde das nächste Mal auch einen Hammer mit einem Pecker einem Rurp und 1-2 Knifeblades im Haulbag haben, denn wenn die Meter nach dem Roof nicht fixiert sind kann es schwierig werden.

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Triple direct VI 5.8 C2

Für mich technisch etwas schwieriger als die Nose, (Muir Länge vor Shieldabzweigung – hier sind cam Hooks und offset Micronuts gut brauchbar) aber bei weitem nicht so klassisch aber logistisch ( kaum Quergänge ) doch einfacher. Wir sind es auch ohne Portaledge geklettert, guter Biwakplatz 1SL unter Camp 4 und deutlich besser als dieses. Der Freeblast mit seinen 10 Freikletterlängen ist aber natürlich das Zuckerl der Tour, dem der Halfdollar die gewisse Würze gibt.

Zusammenfassend zu diesen drei zentralen Touren kann man sagen, dass die Nose sicherlich „die Linie“ am El Capitan ist, zwar deutlich überlaufener als die Salathe, aber mit den Stovelegs, der Texasflake und dem Kingswing kann sie nur schwer übertroffen werden – diese Längen fehlen zwar der Tripple Directe, die mit dem Freeblast (eine richtig gute Freikletterei im Valley), und der Möglichkeit erst auf der Mammoth Terrace so richtig ins Geschehen einzusteigen eine gute und sehr direkte Alternative zur Nose bietet.
Man sollte aber die Seilschaften im unteren Teil der Nose sehr gut beobachten da man sich ab Camp IV in die Quere kommen könnte.
Die Salathe ist von der Routenführung die natürlichste Linie, mit dem El Cap Spire findet man sicher eines der besten Ledges überhaupt, die Tour verlangt zwar obligatorisch nicht viel mehr Freikletterei als die Nose, die Risse sind jedoch breiter und etwas unangenehmer zu klettern, und man sollte vorher schon einige 5.9 Offwidh Längen geklettert haben. Wenn man sich jedoch in diesem Gelände wohl fühlt, kann man in dieser Tour viele Meter ohne den Leitern machen.
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