Palmen-Piazen in Thailand

von vera
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Bepackt mit Kletterseil, Sonnencreme und einer halben Hausapotheke machten wir uns im November auf nach Thailand, um in Railay zu klettern.
Nach ein paar Tagen Kulturprogramm im nördlichen Chiang Mai – wo unsere Psyche schwer unter dem strömenden Regen litt – erreichten wir schließlich Railay, das Klettermekka Südostasiens.
Long-Tail Boats on Railay Beach.jpgMichi rappeling Ton Sai Tower - Ko Phi-Phi.jpgKo Phi-Phi.jpg
Schnell stellte unser noch nicht sehr geschultes Kletter-Auge fest, dass manch so „gut sanierte“ Route nicht gerade vertrauenswürdig aussah, einige Schlingen waren bis auf einige Fäden durchgefressen und den im Führer hoch gelobten Red Glue Hilti RE-500 konnten wir auch nirgends entdecken. Aber egal, solange wir nicht mit der Tyrol-Air-Ambulance heimfliegen mussten…
Die Euphorie war groß und so genossen wir unsere ersten Klettertage. Lange dauerte es nicht, da streckte uns „Montezumas Rache“ nieder und die Hausapotheke kam zu ihrem vollen Einsatz. So besuchten wir, anstatt zu Klettern, die benachbarten Kollegen am Ton-Sai-Beach, die ? wie wir feststellten ? viel weniger bekleidet waren als wir und statt Nivea-Schutzfaktor 20 wohl eher Tiroler Nussöl Schutzfaktor 0 im Gepäck hatten.
Climbing a Palm Tree - Railay Diamond Cave.jpgRailay West Beach - Krabi.jpgMichi at Muay Thai Wall - Railay East.jpg
Langsam kam mir der Verdacht, dass der Hilti-Red-Glue wohl in diesen Routen stecken musste, was ja auch völlig ok wäre, schließlich hängten hier Luxuskörper an den Wänden, und zwar an zwei Fingern und kopfüber…
Etwas geblendet von Bizeps und Trizeps und so vielen glänzenden Oberkörpern machten wir uns auf zurück nach Railay West, wo ich beschloss, ein effizientes Palmen-piazen-Training zu absolvieren, um endlich des Red-Glues würdig zu werden.

Auch die Verdauung normalisierte sich langsam wieder, die Mittelchen wurden abgesetzt und wir konnten uns auf nach Ko Phi Phi machen, ins Inselparadies.Klettern fiel hier schwer, da man sich, umgeben von Palmen und weißem Sandstrand, lieber dem Souvenir-Shopping und Bauch-in-die-Luft-strecken widmete. Das taten wir auch ausgiebig, schlemmten Currys und schwammen im Meer umher und lernten schnell den Kopf zu schütteln, wenn aus einer unverhofften Richtung „Taxi Boat“ gebrüllt wurde. Klettern gingen wir auch und wurden am Ton-Sai-Tower mit einer spektakulären Aussicht über die ganze Bucht belohnt.Pra-Nang Beach.jpgTon Sai Tower - Ko Phi-Phi.jpg

Nach zwei Wochen Thailand hatte uns schließlich die Arbeit in Wien wieder. Statt auf Bolts und Slings blickten wir in die Gesichter unserer Chefs und das schon antrainierte Kopfschütteln wich wieder einem eifrigen Kopfnicken.
Aber sobald das Sparschwein wieder dick und fett ist geht es in den nächsten Kletterurlaub…