grönland

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Expeditionsbericht Austria Schweizerland
Expedition 2000 Erstbegehungen im Alpinstil im „Schweizerland“, Ostgrönland
Jörg Susnik Julian Neumayer 14.07.-20.08.2000

der gesamte Expeditionsbericht »

Aus dem Bericht von Julian und Jörg:

Das Schweizerland liegt an der Ostküste Grönlands, oberhalb des Polarkreises, circa 80 Kilometer von Tasilaq (= Ammasalik) und dem Flughafen Kulusuk entfernt. Rund um Rodebjerg und Tupilak findet man eine große Anzahl von Wänden mit gutem Fels. Aber nicht nur für den Kletterer, sondern auch für den ambitionierten Alpinisten gibt es ein unendliches Betätigungsfeld. Wer die Einsamkeit liebt und ein großes Abenteuer erleben möchte, sollte weiterlesen und träumen.

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Die Idee eine Expedition nach Grönland zu machen, kam uns Mitte Februar, als Alexander Fidi uns von seinen Plänen erzählte, einen Big-Wall am Tupilak zu klettern. Kurz entschlossen buchten auch wir einen Flug ins große Abenteuer. Wir wollten in der uns zur Verfügung stehenden Zeit von 5 Wochen im Schweizerland möglichst viele verschiedene Touren im Alpinstil versuchen, wobei die Kosten für die ganze Expedition einen gewissen finanziellen Rahmen nicht überschreiten sollten. Um die Kosten niedrig zu halten, verzichteten wir auf einen Anflug mit dem Hubschrauber, der Alex’ Team, sowie einen Teil unserer Ausrüstung transportierte. Statt dessen benützten wir ein Boot, dass uns zum Knud Rasmussen Gletscher brachte; von dort ging es mit Schi und Schlitten über den arg zerklüfteten Gletscher dreieinhalb Tage lang bis ins Base Camp (B.C.). Der Rückweg führte uns in drei Tagen über den Slangen-Pass, den Deep Freeze (Gletscherbruch) und den Karale Gletscher zur Tasilaq Feldhütte (TMH). Von dort erreichten wir in einem weiteren Tag den Tasilaq Fjord. Abgesehen von ein paar Spaltenstürzen (1x Schlitten und 2x Jörg), sich auflösenden Ladungen und völliger Durchnässung gab es eigentlich keine Probleme.

Unsere Ziele waren klar: sich einen Überblick über die Gegend zu verschaffen und so viele Neutouren zu klettern als möglich. Als Aufwärmtour kletterten wir den Südpfeiler des Rodebjergs. Anschließend gelangen uns, trotz des wechselhaften Wetters, noch vier Neutouren. Die 500 Meter hohe Südostwand der WOW – Wall of Waiting, die Südwand des Schartenspitzes, ebenfalls 500 Meter, die Südwand der Red Wall (500 – 800 Meter) und zum Abschluss eine klassische Alpintour am Sonnblick, die eine Erstbesteigung war. Insgesamt sind wir 5 Touren (1 Wiederholung, sowie 4 Erstbegehungen) mit knapp 4000 Klettermeter geklettert und haben circa 250 Kilometer auf den Gletschern mit den Schiern zurückgelegt.
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