dachstein magic line

Ein Ausritt der besonderen Art mit Hannes R., Alfred R und Thomas B. irgendwann im Sommer 07 von jo friedl topos thomas behm
Schneebergwand – Magic Line/ Dachstein
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Zustiege sind irgendwie so wie das Kopfweh am Tag danach – man nimmt Sie in Kauf und jammert. Wobei beim Trinken immerhin zuerst der Genuss und dann erst das büßen kommt. Rottensteiner meinte, dass der Zustieg zu nämlicher Hütte halb so wild sei, unwissend folgte ich seinen anfangs noch weiten Schritten. Das erste Schild belehrt uns eines besseren. 4 Stunden. Flüche begleiteten unseren Weg, mittlerweile war es auch finster geworden. Rottensteiner redete ständig davon, dass er Kletterer sei und kein Bergsteiger, zu alt zu jung und auf jeden Fall nicht willens ewig da hier den Berg hinaufzulatschen. Einige Höhenmeter später und nach einem spöttischen Anruf der Freunde, die bereits auf der Hütte saßen, gelangten wir zum Ziel. Der nächste Morgen graute früh, Behm klopfte an unsere Türe und meinte Riedl sei nicht mehr zu bremsen, er scharre quasi schon startbereit vor der Türe – warten wolle er nicht. Wir hatten weder klaren Plan noch Kopf, dennoch wanderte irgendwie das Material in den Rucksack und wir folgten Behm und Riedl, letzteren zichtigten wir der senilen Bettflucht. Der Einstieg war bald erreicht, die ersten Längen verschwanden unter unseren Sohlen, langsam aber sicher schlossen wir auf. Doch das passte den Freunden nicht, der Stolz liess sie deutlich schneller werden und hurtig verschwanden sie wieder aus unserem Blickfeld. Dachstein magic line 08
Als wir sie wieder sahen, waren sie schon am abseilen. Riedl erzählte am gemeinsamen Stand, dass seinerzeit, als noch Säbelzahntiger um die Hütte schlichen und noch vor der dezenten Hoi´schen Sanierung, er die erste Wiederholung der Magic Line gemacht hätte. Ob der wilden Absicherung und der schlechten Stände hätte sein damaliger Partner überhaupt mit dem klettern aufgehört. Unsereins genoss den Bolt am Stand und dachte an die wilde alte Zeit – die ich selbst nicht miterlebt hatte.

Rottensteiner eröffnete im oberen Wandteil eine eigene Variante, Riedl und Behm meinten Verhauer, ich war mir da nicht so sicher. Nicht das sie nicht schön gewesen wäre, aber sie war auch brüchig und schlecht zu sichern. Im Behmschen Topo ist die Variante mit no! bezeichnet, ein Fehler des sonst so gewissenhaften Führerautors.
Zurück auf der Hütte verhiess der Wetterbericht nichts gutes, wir verbrachten den nächsten Tag in der Hütte um dann nachmittags doch abzusteigen – eine Ethik Diskussion versüßte uns die Warterei und den Abstieg. Riedl und Behm blieben, angeblich kletterten sie auch noch die ein oder andere Tour – belegt ist das allerdings nicht. Wir bilanzierten den gelungenen Ausflug mit insgesamt 8 Zu- und Abstiegsstunden und kamen auf etwa 10 Kletterlängen.

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