zick-zack

(Zitate von Roman Gruber aus: Kostbarkeiten im Grazer Bergland/ Wentner Zotter)
Kleiner Winkelkogel / Fölz Direkter Nordwestpfeiler EB: R. u. E. Gruber, 31.10.1982
Am Beginn der 80ger begann das Sportklettern und seine Ideen sich langsam aber sicher im Grazer Bergland durchzusetzen. Neben Thomas Hrovat, Christoph Grill, Hias Leitner, Sepp Lang und Robert Kerneza begingen auch auch die Grubers etliche neue Touren und holten sich die ersten freien Begehungen einiger alpiner Klassiker, am Hochschwab auf der Fölz z.b. die direkte Westkante am Schartenspitz, direkte Nordwestpfeilerkante am kleinen Winkelkogel, sowie die erste on sight der Felsenfenster Nordwand.

“In den nächsten Jahren versuchten wir nun, das durchs Sportklettern erhöhte Leistungsniveau auf hohen Wände zu übertragen und klassische Routen, in denen bisher oft lange Strecken technisch überwunden wurden, nun in freier Kletterei zu zu versuchen. Ein riesiges Potential stand uns offen, Routen im Hochschwab, Gesäuse, in den Dolomiten und auch in den Westalpen. Zusätzlich gab es zu dieser Zeit viele Neutouen von damaligen Tiroler Spitzenkletterern, vor allem in den Dolomiten. Diesen Routen eilte oft ein Ruf voraus, besonders kühn und scher zu sein, auch an diesen wollten wir uns messen. Viele der von uns gesteckten Ziele konnten wir in den nächsten Jahre verwirklichen. In dieser Zeit waren wir zwischendurch immer wieder arbeitslos, und oft trieben wir uns wochenlang im Gebirge umher.”

Zick Zack fällt genau in diese Zeit, erstbegangen im Herbst 1982. Selten wiederholt (?) wußten wir nichts genaues über die Tour, und den Gruber – Touren eilt ja immer ein gewisser Ruf voraus. Jörg und Karl kletterten die Tour im Sommer 2005 und waren recht begeistert, sie verbesserten einige Stände und so reicht das übliche Rack für eine Begehung aus.
Die Kletterei ist alpin, aber eigentlich überraschend gut abgesichert, bei den Bewertungen haben wir im neuen Topo » die Bewertung der Erstbegeher übernommen. Die erste Länge fällt vielleicht sogar schwerer aus, doch nach dem unangenehmen Start wird der Fels besser und die Kletterei löst sich besser auf. Es gibt aus dieser Zeit noch einige Erstbegehungen der Grubers, die es zu entdecken gäbe, wie zum Beispiel die “Neulandfieber” und die “Orientierung” (beide 1984) an der Stangenwand, und eine weitere, bei der der Routenname allein schon eine gewisse Anziehungskraft hat: Die “Flammen der Jugend” an der Planspitze Nordostwand. Diese Tour begingen die Grubers 1985, und setzten so ihre Idee des Freikletterns auch in den großen Wänden im Gesäuse konsequent fort.
Weniger ernst, aber vom Fels und von der Linie her genial sind die “Dornenvögel” (1995), die die Grubers angeblich mit deutlich weniger Material erstbegingen und erst später besser absicherten. Hier wie auch oben am Winkelkogel wünschte man sich, es würde noch 200m in dieser Qualität weitergehen…

Hochschwab Topos »

topo.jpgfotos.jpgflugmeter.jpg

“Während andere Leute in unserem Alter an ihrer Karriere feilten und eine Familie gründeten, zogen wir mit unserem Uraltkombi durch die Alpen, litten immer wieder an Geldmangel und freuten uns, wenn wir wieder einmal eine Wand heil hinter uns gebracht hatten, in die wir zuvor freiwillig eingestiegen waren.”