bärige bigwalls

Stefan und Gerda ist im Mai eine schnelle Begehung der Zodiac VI 5.9 A3» am El Cap gelungen. Neben anfangs schlechten Wetter kam ihnen später auch noch der Bär in die Quere. Gregor und Stefan sind die Tour letztes Jahr geklettert, ihre story» und Infos zur Tour findet ihr auf der Yosemite – Pätsch».

von stefan brunner

Am nächsten Tag regnet es. Wir beschließen einen weiteren Tag zu warten bevor wir einsteigen.
Zwei Tage nachdem wir die ersten 60 Meter fixiert haben steigen wir auf zum Einstieg der Route.
Doch was ist das? Der Haulbag den ich fünf Meter hochgezogen habe hängt nun höchstens zwei Meter über dem Boden und er hat ein riesen Loch. Der Bär war hier!!! Verdammt! Das ist ein klarer Rückschlag! Der Haulbag kaputt, die Wasserflaschen auch und unsere Müsliriegel aufgefressen von einem hungrigen Bären. Scheiße!
Das haut unseren Zeitplan total durcheinander. So steigen wir nicht um 7 Uhr morgens ein sondern erst gegen 11 Uhr. Kurz bevor wir drei einsteigen teilt uns Johnny mit, das er nicht mit uns klettern wird. Johnny sagt, die Bärenattacke sei ein böses Omen und für ihn Grund genug nicht einzusteigen.

Also steigen Stefan und Gerda alleine los und erreichen am ersten Tag den Black Tower. Am nächsten Tag steht dann nach ausgiebigem Frühstück die sogenannte „Black Tower Pitch“ am Speiseplan.

Vom Vorjahr weiß ich noch, dass ein Sturz in dieser Länge sicherlich mit Schmerzen verbunden ist. Ich klettere einen Riss der mich auf den Black Tower führt. Noch ist die Kletterei einfach und das Sturzgelände gut. Doch das ändert sich schlagartig sobald man auf dem Tower steht, ab diesem Zeitpunkt wird das Sturzgelände unangenehm! Die Kletterei wird schwieriger, die Placements halten hier nur das Körpergewicht und jeder Fehler wird mit einem Sturz auf den Tower „belohnt“! Mit jedem Meter den ich zurücklege wird die potentielle Sturzlänge größer. Ich klettere die letzten Meter zum Stand sehr vorsichtig und dann ist es geschafft. Endlich ein Bohrhaken!

Es folgen weitere schwere Seillängen, wir klettern in den „Gray Circle“ bis zum Stand von der „Nipple Pitch“. Dort biwakieren wir das zweite mal. Am nächsten Morgen sind Gerda und ich bedeutend früher auf. Die nächste Seillänge ist die „Mark of Zorro“, benannt nach der markanten Felsformation der sie folgt. Ungefähr in der Mitte der Seillänge platziere ich einen Friend nicht ganz sauber, doch es sieht aus als wäre er der Belastung gewachsen…

Ich beginne dieses Placement ganz vorsichtig zu testen. Erst ganz sanft, danach immer energischer. Mein Urteil: Kein Bomberplacement, jedoch gut genug für mein Körpergewicht. Nun verlagere ich mein Köpergewicht ganz sachte auf die oben beschriebene Zwischensicherung. Es hält! In meinen Strickleitern arbeite ich mich soweit es möglich ist nach oben. Mein nächster Sicherungspunkt ist ein Bohrhaken. Ich strecke mich um ihn zu einzuhängen doch plötzlich höre ich ein metallisches Scharren und ich fliege durch die Luft. Der Friend hat also doch nicht gehalten. Nach ungefähr fünf Meter wird der Sturz gebremst. Nach einem kurzen Augenblick, den ich benötige um mich zu sammeln, beginne ich mit dem Aufstieg zu der Zwischensicherung die mich gehalten hat. Wieder am höchsten Punkt angekommen heißt es diesen Friend erneut zu platzieren, diesmal aber so dass er hält! Nach ein paar Versuchen gebe ich es auf. Es muss eine andere Lösung geben! Nach gründlicher Untersuchung des Felsens finde ich sie. Diesmal lässt mich mein Hilfsmittel nicht im Stich und ich erreiche den nähsten Bohrhaken. Die letzten fünf Seillängen klettern wir zügig und ohne Komplikationen. Durch diesen flinken Kletterstil erreichen wir den Ausstieg so um 18 Uhr und fallen wir uns in die Arme.

Alle Touren vom Valley aufgelistet mitsamt einigem an allgemeinen Infos findet ihr hier»

  • Nose, Salathe und Triple direct im yosemite report part 1 ».
  • Half Dome und Lost Arrow Spire im yosemite report part 2 »
  • El Cap mit dem Shield und Tangerine Trip im yosemite report part 3 »
  • Leaning Tower und Washington Column im yosemite report part 4 »
  • posts zum yosemite 09

  • south seas?
  • zodiac
  • yosemite frühjahr 09
  • Gerda Raffetseder wird unterstützt von: Eybl, Oberbank, Lowa, Madrock, Climber
    Stefan Brunner wird unterstützt von: BIS, Lowa, Climber