wilde kerle?

von jo
Über eine Neutour am Berglandspitz/Hochschwab
“Wo die wilden Kerle wohnen” EB: Jo Friedl, Stefan Lieb, Patrick Schaudy, Lorenz Holzer Sommer 08/09
Schwierigkeiten: recht konstant im VIIten Grad, die beiden Schlüssellängen in etwa VIII+

Bevor noch irgendjemand auf dumme Gedanken kommt: Nein, wir sind sicher keine wilden Kerle. Eher im Gegenteil. Wie die Pauschalurlauber oder die Schrebergärtner haben wir einige wenige Dinge im Kopf.

Und bei uns ist es nicht das Schnitzel und das Gösser Bier (auch, aber erst später) oder der Gartenzwerg. Unser Kleinhirn träumt von vertikalen Spielplätzen, wo wir mit unserem Rack und unserer Bohrmaschine spielen dürfen. Und das in unserer selbsterschaffenen kleinen Welt, von Bolt zu Bolt, von Keil zu Keil. Wie eben bei den wilden Kerlen» dem namensgebenden und mittlerweile verfilmten Kinderbuch, nur dass es bei uns wesentlich gemütlicher zugeht.

Die Idee zur Linie und zur Tour gibts schon ewig, Martin Pircher ist einmal über den unteren Teil abgeseilt – ihm sind die – teils etwas unbequemen;) – Stände zu verdanken. Die restliche Tour haben wir gemeinsam in den vergangenen Sommern eingerichtet, teilweise dank oleidigem Hochschwab Fels eine ziemliche Schinderei – beim Sportklettern verlernt ma halt das Plattenklettern;). Im oberen Teil wären wir gerne direkter – jaja, fallender Tropfen usw. – geklettert, nur leider war dort kein Land in Sicht. So quert die Tour stetig hinüber zum Porzellanpfeiler – die letzten Meter verlaufen gemeinsam.

Die Tour ist die bis jetzt eine der anspruchsvolleren (?) am Berglandspitz, sieht mensch von den Gras und Rostgurkerlwanderungen a la Haring ab. Von der reinen Kletterschwierigkeit sind die “…Wilden Kerle…” leichter als die “Verschwörung der Idioten”, aber bei den “Kerlen” darf mensch mit seinem kompletten Rack spielen, während in den “Idioten” lediglich ein Friend benötigt wird. Alle Sicherungen sind aber gut anzubringen, und der Riss in 3. Länge (siehe topo » ) lässt sich bestens absichern. Beim Einrichten der Tour sind wir sowohl die “rien ne va plus” als auch den “Porzellanpfeiler” geklettert, da unsere ersten Sl. des öfteren nass waren. Beide Touren sind schwerstens zu empfehlen, und die Plattenstellen wollen zuerst einmal geklettert werden. Die Schlüsselpassage des Porzellanpfeilers fällt nach den “wilden Kerlen” ganz schön schwer – ehrlich 7+ eben.

Dank großartigem Wetter konnten wir heuer die Tour leider kein zweites Mal klettern, die 3. Sl würde wahrscheinlich noch etwas Putzwut vertragen, ist aber auch so gut zu klettern (auch Büsche wollen leben!). Sollte jemals wieder der Sommer einkehren, wird auch das passieren…

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