brandnerfluh – das erbe der schlechten skifahrer
Brandnerfluh (Brandnertal)
Neutour an der Brandnerfluh: “Das Erbe der schlechten Skifahrer”
WI7- M5 (E4/5) (Vorschlag), 150m (= 4 Sl)
von Stefan Lieb
Was passiert wohl wenn zwei Deutsche gemeinsam unterwegs sind? Na klar, sie fahren wohin, lassen einen Schaß und fahren wieder (bevor jetzt ein Aufschrei durch Deutschland geht und die Bildzeitung über uns herfällt: wir beide sind waschechte Deutsche). Ganz dieser Tradition und unserer Wurzeln verpflichtet haben es der Stefan Biggel und ich letztes Wochenende an der Brandnerfluh so gehandhabt. Wir sind einfach an die Brandnerfluh gefahren – nicht der nächste Weg von Ulm bzw. Kärnten – haben dort wahrscheinlich ne Neutour gemacht und sind gleich wieder abgehauen (wenn jemand diese Linie schon gemacht hat: bitte einfach melden: haben keine Lust irgendwas für uns zu reklamieren was nicht stimmt). 
Doch zunächst sind wir am Samtag mal den Torrero (M6, eigentlich eher WI6) geklettert: gute Verhältnisse trotz arktischer Temperaturen und eine super Kletterei: vor allem in der ersten Länge. Doch beim Zustieg sind uns schon die Zapfen rechts vom Zeitsprung und die freihängende Säule rechts vom Zeitsprung aufgefallen. Es schaut doch glatt aus… doch vielleicht ist diese Säule tatsächlich ganz im Eis zu klettern? Grund genug, am nächsten Tag diese Säule mal näher zu inspizieren. Gesagt getan: die erste Länge ist recht gemütlich (WI 4-) und führt gleich rechts der ersten Länge vom Zeitsprung. 
Die zweite Länge (M5) führt dann ein bisschen gesucht rechts zu einem Felskamin, um dann wieder über ein Felsband zurück zum Eis zu führen bis direkt unter die freihängende Säule (die Länge ist wahrscheinlich schon vom Koni Mathis geklettert worden). Dort haben wir entschieden, dass die Zapfen rechts eher in einem schlechten Zustand sind, so nehmen wir uns der freihängenden Säule an. Diese ist zur Entschädigung eine irre Eislänge und mit Sicherheit das schwerste im Eis das ich je geklettert bin: zuerst über steiles Eis bis unter das Felsdach (dort haben wir einen Haken belassen), dann über dünne freihängende Vorhänge bis zum drei Metter entfernt freihängenden Eiszapfen. Diesen hinauf bis zur Wurzel und flacher werdend zum Stand. Die letzte Länge ist dann genüssliches Ausklettern, wobei momentan die letzten 10m heikel sind: der Föhn hat dem Ausstieg stark zugesetzt.
Insgesamt eine etwas gesuchte (man kann immer wieder in den Zeitsprung queren) aber sehr eindrucksvolle Kletterei. Aber die anderen Routen an der Brandnerfluh sind ja auch recht knapp beieinander. Achja: woher der Name kommt, wissen die die mit uns die Tage davor verbracht haben…
Und da wir beide internetgeil sind, hier noch der Link zum Bericht vom Stef auf rocksports.de ». Das Topo werde ich dann hoffentlich gleich mal hier auch einbinden…
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- Published:
- 02.17.10 / 2pm
- Category:
- conditions, eis, neuland



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