arco-update vol. 2

von stefan lieb

Aufgrund des großen Erfolges von Vol. 1 lege ich jetzt gleich mal Vol. 2 nach. Wie das halt bei groß angelegten Massenproduktionen so sein muss. Da muss die Qualität halt zurückstecken, ist ja verständlich, oder?

Diesmal kommt der Monte Casale und der Piccolo Dain dran (und huii, sogar mit Fotogallerie!).

Monte Casale

Monte Casale „Via alba chiara“: Gut und alpin! Vergleichbar mit größeren Dolomitenrouten; nicht immer perfekter Fels aber eine sehr großzügige und befriedigende Tour (jetzt schreib ich schon wie der Filippi). Frei geklettert schlage ich 6c+ für die vorletzte Länge vor (7- aus dem Wagenhals-Führer ist echter Schwachsinn). Hier gibt es ein gutes Topo, wobei die Kombination aus diesem Topo mit dem Filippi-Topo am besten passt (Mittelteil mit Filippi-Topo schwer zu finden).

Monte Casale „Se la conosci la eviti“: Meine zweite Lieblingsroute im Sarcatal. Frei geklettert etwa 7a+, wobei die Schwierigkeitsbewertung von www.alpinrouten.de einfach nicht stimmt. Wir schlagen folgende Bewertung vor: 6a, 6b+, 6b, 6c+, 6c, 6b+, 7a+, 5c, 6b+, 6a, 5b, 5c, 5c, 6a, 6b+, 5a. Für eine Alpinroute gute Absicherung (wirklich gute und viele Normalhaken), zusätzlich noch Cams von 0,3 bis 2.

Monte Casale „Non solo Pane“: ähnlich wie die „Se la conosci la eviti“, aber durch die sehr schwierige Dachlänge (haben sie nicht frei geschafft, aber sicher jenseits von 7b+) halt viel inhomogener.

Monte Casale „Via del Missile“: Auch richtig gut. Frei 6b, ein gutes Topo mit Wandbild findet Ihr unter www.markus-stadler.de. Normale Alpinausrüstung (Cams etwa bis Größe 3). In der letzten Länge ja nicht gleich raufklettern zur Schlinge, sondern durch Latschen etwa 10 m nach rechts wühlen zu zornigem Riss.

Piccolo Dain
Piccolo Dain "Loss Pilati"

Piccolo Dain „Maestriverschneidung“: Was ich in Erinnerung hab gar nicht schlecht und ähnlicher Anspruch wie die „Via del Missile“. Grad mal der Beginn ist etwas grasig. Frei 6b (viele alte Haken).

Piccolo Dain „Via Bartolo Fontana“: Kurz und knackig. Die Freikletterbewertung von 7a stimmt gut. Insgesamt ein bisschen ruppig und nicht immer fest (in der zweiten Länge klingts ganz schön hohl), trotzdem gar nicht schlecht. Für die erste Länge die Cam-Größen 0,4 und 0,5 doppelt.

Piccolo Dain „Loss-Pilati“: Super-Geil! Die Schlüsselpassage (knackige 7a) ist mit Stichbohrhaken gut abgesichert, sonst hilft ein Satz Cams bis 3,5 (für Schwitzer wie ich zusätzlich Größe 4). Bei Freikletterambitionen nach der vierten Länge Stand gleich am Baum (und nicht noch weiter nach rechts). Von dort gleich hinauf durch Riss und oben diagonal nach rechts zu Origianlroute (diese Variante ist mit „No“ im Filipi-Führer eingezeichnet, geht aber gut frei zu klettern, was ich bei der Originalroute vom Anschauen bezweifle). Die vierte und fünfte Länge kann mit Doppelseiltechnik zusammengehängt werden. Unser Bewertungsvorschlag: 5a, 6a, 5a, 6b, 6a+, 5c, 7a, 4c. Vom Anspruch her etwa wie die „Via del Missile“ und ein bisschen einfacher als die „Ombre Rosse“. Achja: beim Zustieg glaubt man schon fast an der Wand vorbei zu sein, da zeigt ein Steinmann einen Pfad nach rechts an.

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