arco-update vol. 1

von stefan lieb
Da wir in den letzten Jahren oft unfreiwillig wegen schlechtem Wetter, sehr oft aber auch mit großem Vergnügen nach Arco zum Alpinklettern gefahren sind, habe ich mir jetzt mal gedacht, ein kleines Resümee darüber zu schreiben. Zumal der Diego Filippi zwar einen hervorragenden Führer mit „Hohe Wände im Sarcatal“ geschrieben hat, jedoch mit seiner Schönheitsbewertung der Touren aus unserer Sicht teilweise noch mehr an Geschmacksverirrung zu leiden scheint als ich. Wer mich kennt weiß was das heißt. Aus diesem Grund sind die folgenden Bemerkungen ganz und gar ohne Gewähr.
Zusätzlich schreibe ich bei einigen Routen meine Freikletterbewertungen (oder die die ich sonst im Netz gefunden habe) dazu, da diese ja oft im Filippi-Führer fehlen.

Völlig unsystematisch fange ich mit dem Monte Brento und der Cima alle Coste an. In Vol. 2 und 3 kommen dann die anderen Wände dran (an denen wir halt bisher geklettert sind).

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Monte Brento

Monte Brento „Via del Boomerang“: Bin ich vor vielen Jahren gegangen und hat sich trotz meiner Eigenschaft, negatives zu vergessen, im persönlichen Routenranking nicht weiter nach vorn geschoben. So schlecht ist sie nicht, sie hält aber nicht das, was sie von weitem verspricht. Normales Alpinmaterial, vielleicht ein paar Haken.

Monte Brento „Via Vertigine“: Bei der Route kann ich mich nicht entscheiden, ob sie aufgrund der unzähligen Bohrhaken (6 mm!!) richtig schwachsinnig ist, oder ob sie aufgrund der Ausgesetztheit und Länge so richtig geil ist. Unbedingt Handbohrer und Cheater-Stick mitnehmen (und evtl. drei Normalhaken), da die Bohrhaken schon recht anhänglich sein können. Ein Rückzug wäre aus dem oberen stark überhängenden Teil wohl ziemlich spannend.

Cima alle Coste

Cima alle Coste „Martini/Tranquilini“: Lang ists her, hab sie aber in guter Erinnerung. Unten lieber eine andere Route als die klassische Verschneidung nehmen. Anspruch wie eine klassische Sechser-Dolomitentour.
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Cima alle Coste „Direttissima“: Oh mann, eine der anspruchsvollsten Routen die ich je geklettert bin (oder kam mir das nur so vor weil es die 2. Alpinroute des Jahres war?). Nach der Schlüssellänge (6c frei geklettert) 5c- und 6a-Längen fast ohne Absicherungsmöglichkeiten. Es stecken nur 1-2 Haken pro Länge und die muss man mal finden! Unbedingt Haken mitnehmen!! Wenn die „Fiore di Corallo“ R4 ist, ist diese Tour R5.

Cima alle Coste „Destinazione Paradiso“: Wirklich sehr schöne Tour; obenraus sind alle Längen bis auf die letzte super! Die Tour ist mit vielen 8mm-Bolts abgesichert; zusätzlich muss im oberen Wandteil manchmal dazugesichert werden. Material: Cams 0,3-2, Keile. Und: die Tour geht (wie viele andere Routen auch) frei!! Unser Vorschlag: 7a+.

Versante Sud – Hohe Wände im Sarcatal
sarcatalführer

Der Kletterführer von Diego Filippi entstand aus einer tiefen Leidenschaft für das Klettern und die Klettergebiete im Sarcatal. Sowohl neue, moderne Sportkletterrouten in perfektem Fels und mit guter Absicherung, als auch klassische Routen mit traditioneller Absicherung, die noch richtige Abenteuer in der Senkrechten bieten.

Auf der Seite von Versante Sud» findet sich der Führer nicht (?) mehr, aber hier» kann er bestellt werden.

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