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strandcafe3_1_312.jpgAuf dem Wagner – Wandl wird schon länger geklettert, Karl Kosa hat dort schon 1970 seine Spuren hinterlassen – ein techno Anstieg, den er mit 5 A3 bewertet hat. Lorenz hat auf seiner Suche nach Neuland die Wand quasi wiederentdeckt und gemeinsam haben wir sie eingebohrt.

Ich hänge 20 Meter über dem Vorbau im Jümar, die Sonne scheint, drüben in der Breiten Ries fahren ein paar Aufstehfaule viel zu spät durch den Frühjahrsgatsch zu Tal.

Hm schön, allein heroben, Route noch fertigputzen, ein zwei Bolts setzen, Lorenz kommt später noch, da können wir das Schmuckstück dann auch gleich klettern. Gedankenverloren suche ich den Hammer am Gurt, mehr oder weniger routiniert sortiere ich das Material, jetzt noch die Selbstsicherung, aha den Karabiner kann ich auch noch aushängen…

Ein dunkelgrüner Schatten verabschiedet sich Richtung Tal, verdammte Scheisse, den Kari hätte ich nicht aushängen dürfen! Die Flugeigenschaften der Bosch-Bohrmaschine sind bestechend, mit einem gar nicht so lässigem Geräusch setzt sie sauber am Vorbau auf, aha, nur eine Zwischenlandung. Es geht weiter die Schrofen hinunter, inzwischen hat es den Akku zerfetzt. Irgendwo dort unten, wo der Wanderweg die Rinne kreuzt, bleibt sie liegen.
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Die Wut über die eigene Blödheit hat dann von mir Besitz ergriffen – den restlichen Tag verbringe ich mit der Suche nach den Einzelteile des Akkus im Schrofenhang. Die Maschine hat den Flug an sich gut überstanden, wer also blöd genug ist die Flugeigenschaften seine Akku-Bohrmaschine zu testen, sollte sich eine Bosch zulegen.
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Die Felsqualität ist Hohe Wand typisch. Das bedeutet nicht nur bombenfesten und spannend zu kletternden Graukalk, sondern auch teilweise brüchige Passagen. Ein Helm ist zumindest für den Sichernden eine gute Idee! Die Schwierigkeiten sind an die “internationale Hochkogelskala” angelehnt, vielleicht haben wir auch ab und zu danebengehauen, sollte aber nicht weiter tragisch sein!