Die wunderbare Verpuppung der Seidenraupe

von Stefan Lieb
Nachdem nach mehreren Jahren Inaktivität schon fast angenommen werden musste, dass die schon seit jeher seltene Seidenraupe ausgestorben ist, ist es heuer endlich wieder soweit: sie hat sich heuer im Anlauftal wieder verpuppt und steht im strahlenden Weiß da!

10.01.2008
Anlauftal / Seidenraupe, 1700 m
Seidenraupe 4. Seillänge Teil1
Der Gregor und ich sind die “Seidenraupe” (200 m, WI 5) am 10.01.2008 geklettert. Die erste der beiden schweren Längen schaut zwar von unten recht dünn aus, sie lässt sich jedoch (wie der gesamte Fall) gut absichern. Das Eis war allerdings trotz leichter Plusgrade ziemlich hart und spröde, was für uns unangenehm war, jedoch Grund zur Hoffnung lässt, dass die Seidenraupe den aktuellen hinterhältigen Warmuftangriffen noch eine Zeitlang standhalten wird (Der Fall bekommt im Gegensatz zum Mordor auch kaum Sonne ab). Wir sind über den Höhkarsteig abgestiegen, wovon wohl nach den aktuellen Niederschlägen abgeraten werden muss. Generell dürfte momentan nach den Niederschlägen der Zustieg und vor allem das EInzugsgebiet oberhalb des Wasserfalls ziemlich lawinengefährdet sein.

Seidenraupe 4. Seillänge Teil2
Insgesamt schauen alle Fälle im Anlauftal bis auf “Rodeo”, “Land Under” und ein paar Varianten von “Vergissmeinnicht” gut aus dieses Jahr. Auch der linke von den beiden südseitgen Fällen (ich glaub das ist die “Unvollendete”) unten im Tal steht (den rechten Fall haben wir nicht sehen können), allerdings stehen ein Stück oberhalb des Falls noch einige Wasserfälle, wovon einer im Laufe des Tages zusammengebrochen und direkt über den Fall abgegangen ist. Also besser nur bei bedecktem Himmel einsteigen. Richtung Sportgastein steht auch einiges, einzig aus “Chohiba” wird dieses Jahr eher nichts mehr werden (bei der zweiten Länge fehlen 10-15 m).
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