dolomiti 07

dolo14.jpgGente di Mare / Lastoni di Formin
“Vinatzer/Messner” / Marmolada
“Traumpfeiler” / Sella

Die letzten zwei Ausflüge in die Dolomiten waren nur wenig erfolgreich, das Wetter hat eigentlich immer einen Strich durch unsere Pläne gemacht. Diesmal hats gepasst, stabiles Wetter, kaum Gewittergefahr, Gregor hat Zeit. Am ersten Tag klettern wir “Gente di Mare” am Lastoni die Formin/Passo Giau. Die Tour ist bis auf wenige Stellen gut abgesichert und bietet lässige Kletterei meistens im 7.Grad. Beim Abseilen hat es uns dann dumm erwischt, wahrscheinlich durch Steinschlag hat es einen Strang der Halbseile bis auf einen kleinen Rest vom Mantel und 2 Litzen durchgetrennt, sch…! Glücklicherweise bemerken wir den Schaden früh genug und können dann mit kürzerem Seil über die benachbarte “Super Tegolina” abseilen. Der Abstieg zu Fuß ist wohl eindeutig empfehlenswerter, wenn man vor der Wand steht links herum und über eine Rinne runter. Zurück nach Cortina und schnell ein zweites Halbseil besorgt und rüber nach Malga Ciapela.

Marmo34.jpgDer nächste Morgen kommt viel zu früh, um ca 4 Uhr früh schleppen wir uns vom Parkplatz Richtung Falier-Hütte und weiter Richtung Einstieg der Vinatzer-Messner. Wir halluzinieren irgendwas von “Seilbahn erreichen”. Dort erstmals Erstaunen, wir sind die ersten. Nach uns steigen noch Peter und Egon aus Tiers ein, die in den ersten Längen genauso frieren wie wir. Im unteren Teil der Wand ist die Linienführung recht eindeutig, recht viele Kamine und Rissverschneidungen. Die Sportkletterunterarme kommen kaum zum Einsatz, dafür fröhliches Gestemme, Gespreize und Geschiebe. Obwohl einiges steckt sind wir wohl nicht so richtig schnell, am Band in der Wandmitte kurze Pause – der Traum von der Seilbahn ist schon nicht mehr aktuell.

In den Platten des Messner-Ausstiegs sind wir zwar vom Klettern her schneller, aber dafür suchen wir vor allem im leichteren Gelände die Linie. Der “Seilbahn- Fatamorgana” ist das “ich freu mich aufs Bier” Mantra gewichen, in den oberen zwei schwereren Längen darf man nochmals richtig klettern. Eigentlich der reine Genuß – wenn die Zehen nicht so brennen würden. Gregors leicht angezerrtes Wadl hält auch durch – ein paar leichte Längen noch und wir sind draußen. Nach dem Abstieg hinunter zum Fedaia-Pass haut sich Egon aufs Radl und holt sein Auto, uns zieht es zur Bar. Das Bier mit den wertvollen Elektrolyten schmeckt hervorragend, und durch Egons Taxiservice ist der Abstieg dann eigentlich gar nicht so schlimm;) merci nocheinmal!

Der nächste Tag sieht zwei eher müde Kletterer am Traumpfeiler, nach wenigen Längen seilen wir dank Zechenweh und Bierdurst ab.
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Links zu den Touren:
“Gente di Mare” / Lastoni di Formin
Abstieg am besten zu Fuß über die Rinne nördlich vom Gipfel
“Vinatzer/Messner” / Marmolada
Das Planet – mountain-Topo ist nicht das beste, am detailliertesten ist das Giordani-Topo. der Vergleich der verschiedenen Schwierigkeitsangaben ist auch nicht uninteressant, im neuen Giordani gibt der Autor die Schwierigkeiten mit bis zu 6b an. Im unteren Wandteil kommt eigentlich kaum ein Zweifel wegen der Routenführung auf, im oberen Wandteil muß man schon ein bißchen schauen. Die meisten Stände sind gut, und sonst können sie verbessert werden. Hammer und Haken hätten wir ruhig im Auto lassen können;)
“Traumpfeiler” / Sella
Topo 1
Topo 2