groove der Wildnis

groove.jpg
von jo friedl
Beim Einrichten und klettern der “rootless” an der Stangenwand/Hochschwab ist mir immer wieder eine Linie links ins Auge gestochen, fester Fels und fast eine klassische Linie – Risse und Verschneidungen unterbrochen durch einige Platten. Stefan war ja kurzfristig außer Gefecht, aber nach einem Geheimtraining in einem nicht ganz unbekannten amerikanischen Klettergebiet war er motiviert sich die Linie einmal aus der Nähe anzuschauen.

“ Glaubst du kommen wir mit 2 Hooks aus?”
“Sicher, einer wird reichen!”
“Aber der große ist schon recht gut zu gebrauchen, ich nehm’ ihn mit, musst Du ihn net tragen”.
“Wir müssen auf alle Fälle aufs Gewicht achten”!
“Mir egal, ich trag ihn selber!”
“Stefan, wenn wir zu viel mitzahen kommen wir da nie in einem Tag durch.”
“Ich könnte ja die Copperheads (!) dalassen…!”

So spielt sich bei uns der typische “waspackenwirein” Dialog ab, meistens nimmt Stefan noch heimlich ein paar Spezialcams mit, während ich mir in meiner “go light” Rolle gefalle, dafür aber gerne mehr Bolts einpacke;) Irgendwie passt es eigentlich immer ganz gut, diesmal hatten wir nur die Profilhaken vergessen…

stangenwand_5.jpg Behängt wie die Weihnachtsmänner brachten wir den landschaftlich hervorragenden Vorbau hinter uns, nach kurzer Diskussion startete Stefan hinauf, an einem kleinen brüchigen Überhang testete er kurz einmal den zum Glück vorher gesetzten Bolt und putzte bei der Gelegenheit auch gleich die Route. Die nächste Länge weckte mich dann aus dem Sicherungs-Halbschlaf und recht motiviert eierte ich auf einer lässigen Platte dahin, Gott sei dank hatte Stefan auf die Aliens bestanden, vor allem mit dem gelbe und dem blauen verbindet mich seit dieser Länge eine tiefe Freundschaft. Auch die weiteren Seillängen brachten uns recht schnell höher, gebremst wurden wir nur durch die “Wurst”, Stefans Mini-Haulbag, der sich in dem flachen Gelände sowieso nicht aufziehen ließ und kein echter Traum zum klettern ist.

groove-10.jpg
Irgendwie standen wir dann um 4 Uhr mit zufriedenem Grinsen im Gesicht draußen am Hochplateau, unter uns die fertige Tour. Am darauf folgenden Sonntag sind wir die Tour Rotpunkt geklettert und haben sie nach einigen Bieren und Diskussionen “Groove der Wildnis” getauft.
fotos.jpg topo.jpg flugmeter.jpg